Was bedeutet Schadstoffklasse?
Autoabgase enthalten Feinstaub und Stickstoffdioxid. Diese Stoffe gefährden die Gesundheit und schaden der Umwelt.
Jedes Fahrzeug stößt – abhängig von Typ und Alter – eine bestimmte Menge an Schadstoffen aus. Diese Emissionen werden gemessen und einer sogenannten Schadstoffklasse zugeordnet.
Zu den wichtigsten Schadstoffen zählen:
- Kohlenstoffmonoxid (CO)
- Stickstoffoxide (NOx)
- Kohlenwasserstoffe (HC)
- Nichtmethankohlenwasserstoffe (NMHC)
- Feinstaub und Rußpartikel
👉 Je weniger Schadstoffe ein Auto ausstößt, desto besser ist seine Einstufung.
Die EU-Abgasnorm (Euro-Norm)
Die Einteilung in Schadstoffklassen ist europaweit durch die EU-Abgasnorm geregelt – auch bekannt als Euro-Norm.
Sie legt fest:
- Welche Schadstoffklasse ein Fahrzeug erhält
- Welche Grenzwerte für CO, NOx, HC, Feinstaub und Partikel gelten
- Wie die Emissionen gemessen werden
Entwicklung der Euro-Normen
- 1970: Erste Abgasnorm in Europa
- Seitdem: kontinuierliche Verschärfung der Grenzwerte
- Seit 2015: Euro 6 ist verbindlich
- 2017: Einführung neuer Messverfahren (Euro 6c / 6d)
- Seit 2023: Einführung der Zwischenstufe Euro 6e
- Voraussichtlich Mitte 2025: Einführung der Euro 7-Norm
Die Grenzwerte selbst wurden seit 2015 nicht weiter gesenkt – aber die Messverfahren sind strenger geworden.
Welche Schadstoffklassen gibt es?
Die EU unterscheidet sechs Klassen für schadstoffarme Fahrzeuge:
| Schadstoffklasse | Einführung |
|---|---|
| Euro 6 (geringster Ausstoß) | seit 01.09.2014/2017 |
| Euro 5 | seit 01.09.2009/2011 |
| Euro 4 | seit 01.01.2005 |
| Euro 3 | seit 01.01.2000 |
| Euro 2 | seit 01.01.1996 |
| Euro 1 (höchster Ausstoß) | seit 01.07.1992 |
| Euro 00 | nicht schadstoffarme Fahrzeuge |
⚠ Fahrzeuge ohne Einstufung (Euro 00) dürfen bei Ozonalarm nicht fahren.
Sonderregelung für Lkw und Busse
Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gelten Klassen mit römischen Zahlen:
- Euro I bis Euro VI
- Aktuell ist Euro VI bei Neuzulassungen vorgeschrieben
Elektro- und Hybridfahrzeuge
- Elektroautos: Keine Schadstoffklasse (keine relevanten Emissionen)
- Hybridfahrzeuge: Müssen die Euro-Norm erfüllen (meist Euro 5 oder 6)
Schadstoffklasse vs. Umweltplakette
Seit 2008 gibt es Umweltzonen in vielen deutschen Städten.
Dort darf man nur mit gültiger Feinstaubplakette fahren.
Die vier Plaketten
- ❌ Keine Plakette
- 🔴 Rot
- 🟡 Gelb
- 🟢 Grün
Wer bekommt welche Plakette?
- Euro 4 oder besser → 🟢 Grün (Zufahrt zu allen Umweltzonen)
- Euro 3 Diesel → 🟡 Gelb
- Euro 2 Diesel → 🔴 Rot
- Benziner ohne Katalysator → ❌ Keine Plakette
👉 Die Schadstoffklasse entscheidet, welche Plakette du erhältst.
Die Umweltplakette bekommst du z. B. beim TÜV, bei Zulassungsstellen oder Tankstellen.
Warum ist die Schadstoffklasse wichtig?
- Einfluss auf die Kfz-Steuer: Je sauberer das Fahrzeug, desto günstiger ist in der Regel die Steuer.
- Zufahrt zu Umweltzonen: Ohne passende Plakette drohen Bußgelder.
- Klimaschutz: Weniger Emissionen bedeuten weniger Belastung für Umwelt und Klima.
CO₂-Grenzwerte der EU
Autoabgase enthalten auch CO₂ – ein Treibhausgas, das zum Klimawandel beiträgt.
CO₂-Grenzwerte:
- 2015–2020: 130 g CO₂/km
- Bis 2020: Zielwert 95 g CO₂/km
- Ab 2021: weitere Senkung geplant
Diese Werte gelten als Durchschnitt aller neu verkauften Fahrzeuge in der EU.
Wie wird die Schadstoffklasse geprüft?
Die Einhaltung wird durch die Abgasuntersuchung (AU) kontrolliert.
- Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU)
- Alle 2 Jahre erforderlich
- Neuwagen erstmals nach 3 Jahren
Die Umweltplakette musst du selbst kaufen.
Wichtig: Das Kennzeichen muss auf der Plakette eingetragen sein, sonst ist sie ungültig.
Wie finde ich meine Schadstoffklasse heraus?
Du benötigst deine Emissionsschlüsselnummer.
Zu finden im Fahrzeugschein:
- Alter Fahrzeugschein: Feld „Schlüsselnummer – zu 1“
- Zulassungsbescheinigung Teil I: Feld 14.1
👉 Entscheidend sind die letzten zwei Ziffern der Nummer.
Alternativ kannst du deine Nummer online prüfen (z. B. bei uns auf der Website).
Kann ich meine Schadstoffklasse verbessern?
Ja – durch technische Nachrüstung.
Vorteile:
- Eventuell geringere Kfz-Steuer
- Bessere Umweltplakette
- Zufahrt zu Umweltzonen möglich
Nachteile:
- Umbaukosten können hoch sein
💡 Tipp: Vorher prüfen, ob sich die Investition wirtschaftlich lohnt.


